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Rundgang Kirche

Geschichte

Die Geschichte der Hofkirche ist, wie schon ihr Name zeigt, eng mit derjenigen des Residenzschlosses verbunden. Man nannte sie laut einer Urkunde "die neue Hofkapelle zu Neumarkt. Vermutlich war schon zuvor eine Kapelle an diesem Platz gestanden. Sie soll 962 gebaut worden sein. Die jetzige Kirche wurde unter Pfalzgraf Johann von Neumarkt erbaut. Gleichzeitig entstand auch St.Johannes.

Die Kirche war eine Fürstenkirche. Sie diente als Gottesdienstort für den pfalzgräflichen Hof zu Neumarkt. Daran erinnern heute noch ein Totenschild oben auf dem Triumpfbogen, das Pfalzgrafengrab Otto II. im Seitenschiff und die vielen kleinen Wappen aus Stein im Altarrraum unter dem Netzgewölbe.

Die nach Neumarkt berufenen Kapuziner übernahmen die Seelsorge im Jahre 1620 und gründeten 1628 die heute noch bestehende Corpus Christi Bruderschaft, deren geistliche Leitung sie bis zur Säkularisation behielten. Am 1.Januar 1947 wurde aus der Hofkapelle die Pfarrkirche "Zu Unserer Lieben Frau".

Baugeschichte

Die Kirche wurde im spätgotischen Stil erbaut. Davon existiert heute noch der Altarraum, die westliche Außenfassade mit den Eingangsportalen und das große Westfenster mit den gotischen Rippen.

Innenraum

Das Langhaus wurde verändert. Um das Jahr 1700 wurde es um etwa 8 Meter erhöht. Es wurden sechs Pfeiler erstellt, Seitenschiffe eingewölbt und eine größere Anzahl von Oberlicht-Fenstern eingebaut. So hat die Kirche heute noch einen hellen und freundlichen Charakter.

Im Jahr 1723 kam auch eine barocke Orgel dazu. Damals gab es auch einen barocken Hochaltar, von dem heute noch sechs Heiligenfiguren im Seitenschiff existieren und das Hochaltarbild von der Aufnahme Mariens in den Himmel auf der Empore.

Am Eingang des Chores steht der Hauptaltar, 1968 von Egino Weinert geschaffen. Am Sockel in Emaillearbeit das eucharistische Symbol "Christus als Keltertreter", umgeben von neutestamentlichen Bildern. Die breite Kante der Altarplatte schmücken gewundene Weinranken, zwischen denen im Bronzerelief Szenen der Heilsgeschichte erscheinen. Den optischen Hauptakzent im Langhaus setzt die prächtige Kassettendecke mit 7x11 durch kleine Rosetten verzierten Feldern, geschaffen von Erhard Wirsching.

Den Chorbogen flankieren eine Marienstatue und der Auferstandene umgeben von einem Aufbau aus kunstvollen weißen Steinplatten. Ein kraftvoller Steinsockel dient den wertvollen Figuren als Ruheplatz. Die Madonna stammt aus dem Jahr 1480 und wurde durch die Kalvinisten im Jahr 1620 durch die Stadt geschleift und geschändet. Die wenigen Katholiken haben sie dann nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder in der Hofkirche zu höchster Würde erhoben und ihr eine goldenen Krone aufgesetzt. Deshalb heißt die Hofpfarrei bis heute "Pfarrgemeine Zu Unserer Lieben Frau".

Ebenfalls aus der Zeit der Spätgotik stammt das bedeutendste Kunstwerk der Kirche, die Tumba des letzten in Neumarkt regierenden Pfalzgrafen Otto II.

In den Seitenschiffen ist der Kreuzweg (Emaillearbeit) von Egino Weinert 1968 angebracht.

Sehr schön sind auch die Apostelleuchter, die der Künstler Holger Bollinger an den sechs Pfeilern jeweils paarweise angebracht hat. Sie weisen uns hin, dass die Kirche auf dem Fundament der 12 Apostel gegründet wurde und dass wir, wie sie, Licht für die Welt sein sollen.

Besonders lohnend ist auch die Ersteigung des Turmes. 1523 wurde er im Renaissancestil von Pfalzgraf Friedrich II. erbaut zur Entschädigung für die Neumarkter Bürger, weil er die Hochzeit mit seiner Braut nicht in Neumarkt, sondern in Heidelberg gefeiert hatte.

Die schweren Glocken auf dem Turm sind faszinierend. Die größte ist die H-Null Glocke mit 3,5 Tonnen. Das Geläute mit den sechs Glocken ist ein wahrer Ohrenschmaus. Der Glockenstuhl ist ganz neu in Eichenholz gefertigt. Er wurde von der Fa. Max Bögl gestiftet, die große Glocke on Herrn Johann Auhuber.

Abmessungen der Kirche: Gesamtlänge 41,3 m, Gesamtbreite 22,8 m

Bedeutung

Das Patrozinium ist am Fest Maria Himmelfahrt, denn die Kirche ist immer schon eine Marienkirche gewesen, die älteste in unserer Stadt.

So ist die Hofkirche ein Gotteshaus, das gerne zum Beten einlädt. Im Jahr 2003 wurde sie gründlich renoviert.

Dabei kam ein neues Chorgestühl in den Altarraum. Es wurde aus einem einzigen Stamm einer Spessarteiche gezimmert.

Über dem Chorgestühl hat ein Künstler eine geheimnisvolle Schrift angebracht. Sie stammt aus der Geheimen Offenbarung des Johannes und erzählt von der Vision des neuen Himmels und der neuen Erde.

Zusammenfassend treffen in der Hofkirche mehrere Stile aufeinander, von der Spätgotik bis zur Moderne. Die Kirche bietet ein klares und ansprechendes Bild. Der Raum ruht in sich und vermittelt dem Beter Geborgenheit.

Faltblatt
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Meditativer Rundgang

Mit diesem Faltblatt laden wir Sie ein zu einem besinnlichen Weg durch dieses alte Gotteshaus!
Mögen Sie dabei Ihren Blick auf die Geheimnisse unseres christlichen Glaubens lenken können und so gestärkt werden für weitere Schritte auf Ihrem Lebens- und Glaubensweg.
Durch viele Jahrhunderte hindurch bis auf den heutigen Tag wenden sich Menschen mit ihren Sorgen und ihren Hoffnungen in diesem Haus an Gott. Sie feiern miteinander seine Gegenwart, denken nach über sich, über Gott und die Welt. In der Feier seiner Gegenwart sind sie untereinander verbunden über Zeit und Raum hinweg. Mögen auch Sie sich mit Ihrem Besuch einfinden in diese große „zeitlose“ Gemeinschaft.

Faltblatt
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Biblische Darstellungen auf den Werken von Egino Weinert in der Hofkirche

Zusammengestellt, gedeutet und mit entsprechenden Bibelstellen versehen von Josef Schmid, Mesner.

Die Werke stammen vom Künstler Egino Weinert aus Köln, der 2012 verstorben ist.
Er erlernte in der Abtei Münsterschwarzach das Goldschmiedehandwerk beim Bruder unseres früheren Pfarrers Ludwig Heigl,
der dort als Benediktinerbruder Goldschmied war.



Katholische Pfarrei "Zu Unserer Lieben Frau", Neumarkt / Opf., "Mariä Aufnahme in den Himmel"
Hofplan 3, 92318 Neumarkt, Tel. 09181/1692, Fax. 09181/1546, e-mail: hofkirche.nm@bistum-eichstaett.de